Ich habe mich oft gefragt, wieso ich in Afrika Gott gefunden habe. Antworten auf diese Frage habe ich im Buch „Gott ungezähmt“ von Johannes Hartl (Freiburg i. Brsg. 2021, Seite 221 f) gefunden. In den Anmerkungen zitiert Johannes Hartl eine Rede Papst Benedikts bei seinem Besuch in Bayern.

„Die Völker Afrikas und Asiens bewundern zwar die technischen Leistungen des Westens und unsere Wirtschaft, aber sie erschrecken vor der Art von Vernünftigkeit, die Gott total aus dem Blickfeld des Menschen ausgrenzt und dies für die höchste Art von Vernunft ansieht, die man auch ihren Kulturen beibringen will. Nicht im christlichen Glauben sehen sie die eigentliche Bedrohung ihrer Identität, sondern in der Verachtung Gottes und in dem Zynismus, der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrechte ansieht und Nutzen für die Erfolge der Forschung zum letzten Maßstab erhebt. Liebe Freunde! Dieser Zynismus ist nicht die Art von Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir alle wünschen. Die Toleranz, die wir dringend brauchen, schließt die Ehrfurcht vor Gott ein – die Ehrfurcht vor dem, was anderen heilig ist. Diese Ehrfurcht vor dem Heiligen der anderen setzt aber wiederum voraus, dass wir selbst die Ehrfurcht vor Gott wieder lernen. Diese Ehrfurcht kann in der westlichen Welt nur dann regeneriert werden, wenn der Glaube an Gott wieder wächst, wenn Gott für uns und in uns wieder gegenwärtig wird.“

Vor 20 Jahren kam ich nach Kamerun. Eigentlich nur für 9 Monate. Doch daraus wurden 13 Jahre. 2018 kehrten wir, ich und meine Frau Marguerite, nach Deutschland zurück. Wir bleiben weiterhin mit unserer zweiten Heimat verbunden und wir reisen fast jedes Jahr nach Kamerun.

In Kamerun habe ich Gott wirklich kennengelernt. Vorher war Er für mich ein ferner, unnahbarer Gott. Oder wie Hiob es ausdrückt (Hiob 42, 5): „Ja bis dahin kannte ich dich nur vom Hörensagen.“ Um dann fortzufahren: „Doch jetzt hat mein Auge dich wirklich gesehen.“

Ich bin mit einem offenen Herzen nach Kamerun gefahren. Schon seit längerem war ich auf der Suche nach Erfüllung meiner inneren Leere, nach Antworten auf meine Fragen nach Gott. Ich spürte, dass meine „Vernunft“ die Leere nicht füllen, meine Fragen nicht beantworten kann. Im Herzen Afrikas lernte ich Menschen kennen, die eine direkte, persönliche Beziehung mit Gott haben. Sie sprechen mit Ihm, wie mit einem Vater, einem Bruder, einem Freund. Diesen Gott habe ich kennen und lieben gelernt. Nicht weil ich Ihn zuerst geliebt habe, sondern, weil ich Seine Liebe erfahren durfte. „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4, 19)

Suchst Du auch Gott? Sprich mit Ihm, wie mit einem Vater, einer Mutter, einem Bruder, einer Schwester, einem Freund, einer Freundin. Vertraue Dich Ihm an und warte ab, was passiert.